Frau und Mann stehen nebeneinander und sind verspannt.

Wärme als erste Hilfe bei Verspannungen

Langes Sitzen im Büro, eine ungewohnte Belastung, schlechte Haltung oder einfach zu viel Stress – Muskelverspannungen haben viele Ursachen und sind zu einem Volksleiden geworden. Die Schmerzen sitzen dann oft im Nacken, zwischen den Schulterblättern und im Rücken. Wir haben ein paar Tipps und Übungen gesammelt, mit denen Sie sich im Akutfall ein bisschen Linderung verschaffen können oder schmerzhaften Verspannungen vorbeugen können.

„Der erste Schritt ist Wärme“, sagt Anja Oyrer. Die Physiotherapeutin sagt in ihrem Beruf oft hartnäckigen Verspannungen den Kampf an. „Wärme kann dazu beitragen, die schmerzhaften und verhärteten Muskeln etwas zu entspannen. Möglich sind zum Beispiel Rotlichtlampen, ein heißes Bad mit muskel-entspannendem Badesalz, Kirschkernkissen oder Wärmflaschen, oder auch wärmende Salben – diese kann man auch bei der Arbeit verwenden.“ Es gibt viele Möglichkeiten, wie die schmerzende Stelle gut gewärmt werden kann. Um hier die passende Wärmequelle zu finden, lässt man sich am Besten in der Drogerie vom Fachpersonal beraten.

Wärmesalben in Kombination mit Übungen als Hilfe gegen Verspannungen

Die Physiotherapeutin hat ein paar Mobilisations- und Entspannungsübungen zusammengestellt, mit denen man die verspannten Stellen ganz leicht bearbeiten oder die typischen Verspannungspunkte schon vorbeugend immer wieder entlasten kann. Die Übungen eignen sich nicht nur gut für eine kleine Mobilisation zwischendurch. Sie können auch gut am Abend als kleines regelmäßiges Training durchgeführt werden. „Damit kann man die Muskeln vor dem Schlafengehen noch einmal richtig entspannen. Nach diesen Übungen kann man dann wieder mit Wärme arbeiten“, empfiehlt Anja Oyrer. Dafür eignen sich vor allem wieder Wärmesalben, die in den Drogerien in vielen unterschiedlichen Varianten geführt werden. Die Drogerie-Fachleute können helfen, hier die richtige Wahl zu treffen.

Hier ein paar Übungen die in Kombination mit Wärmesalben helfen sollten:

  • Igel- oder Tennisball: Einfach auf den Ball drauflegen, oder sich am Stuhl dagegen lehnen – auf diese Weise kann man mit einem kleinen Ball selbst in den verhärteten Muskel reinarbeiten. Oder man bittet jemanden, die schmerzhafte Stelle mit dem Ball etwas zu massieren. Das kann dazu beitragen, den Muskel wieder zu lockern.
  • Mobilisationsübung im Liegen: In Rückenlage werden die Knie locker aufgestellt. Dann lässt man die Beine in eine Richtung fallen. Die Arme strecken sich zur Gegenseite. So verbiegt man sich richtig und gibt den Rücken- und Nackenmuskeln damit die Chance, sich zu entspannen.
  • Mobilisationsübung im Sitzen: Entweder im Schneidersitz auf den Boden oder im Bürosessel ganz gerade hinsetzen. Dann den linken Arm hoch und zur rechten Seite ziehen. Damit dehnt man seine linke Seite. Danach die Übung mit dem rechten Arm zur linken Seite wiederholen.
  • Schulterkreisen: Im Alltag sollte man sich immer wieder bewusst Zeit nehmen, um die Schultern- und Nackenmuskulatur zu lockern. Das geht besonders einfach zwischendurch, indem man immer mal wieder die Schultern nach vorne und zurück kreisen lässt.
  • Brustmuskeldehnung: Aufrecht zu einem Türstock oder einer Wand hinstellen und eine Hand im rechten Winkel vor sich an den Türstock lehnen. Dann den Körper von diesem Arm wegdrehen und damit die Brustmuskulatur gut aufdehnen.

Bildnachweis: istock.com/LightFieldStudios


Über Anja Oyrer

Anja Oyrer ist Physiotherapeutin und verknüpft damit den Spaß an der Bewegung mit der Freude am Umgang mit Menschen. Sie arbeitet in ihrer eigenen Praxis in Rohrbach sowie im Olympiazentrum Land Oberösterreich. Anja Oyrer hat auch schon große Sportveranstaltungen und Profisportler betreut. Durch zahlreiche fachliche Weiterbildungen kann sie ein breites Spektrum an Leistungen von manueller Therapie über medizinische Trainingstherapie, Kinesio-Taping oder Faszientechniken bis hin zu Lymphdrainage oder Heilmassage anbieten.
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