Wärmecremes bei Muskelschmerzen

Der Nacken schmerzt, die Schultern sind verspannt, die Waden krampfen oder die Beine haben Muskelkater: Schmerzende Muskeln begegnen uns sehr häufig im Alltag. Viele schwören dann auf Wärmecremes oder wärmende Pflaster. Doch wann können diese tatsächlich helfen und worauf sollte man achten?

Bei akuten Verletzungen und starken Schmerzen ist Wärme meist das Letzte, was wir dort spüren möchten. Und das ist auch richtig so. Je nach Verletzung ist die betroffene Stelle meist ohnehin schon eher heiß und sollte lieber gekühlt werden. Doch es gibt auch Schmerzen, bei denen eher Wärme gefragt ist.

„Bei muskulären Schmerzen wie zum Beispiel Nacken- oder Schulterverspannungen oder auch bei chronischen Rückenschmerzen kann uns Wärme sehr gut tun. Bei krampfenden Muskeln wird auch meist Wärme empfohlen.“, erklärt die Sportlerin und Personal Trainerin Manuela Karbiner. Oft wird auch bei Zerrungen empfohlen, den Heilungsprozess durch Wärmesalben zu unterstützen – allerdings erst nach der akuten Phase, in der noch gekühlt werden sollte.

„Manchmal ist Wärme auch bei chronischen Schmerzen ratsam. Wenn zum Beispiel jemand unter anhaltenden Rückenschmerzen leidet und dadurch eine besondere Schonhaltung eingenommen hat. Diese führt dann oft dazu, dass sich erst recht Verspannungsschmerzen dazugesellen“,

Mag. Melanie Karbiner – Sportwissenschafterin & Personal Coach

Wärme schiebt Schmerz ins Abseits

Mit Hilfe von Wärme kann zum einen der Schmerzreiz überdeckt werden, da wir nun die Wärme intensiver spüren als den Schmerz. Das könnte dazu beitragen, dass wir uns wieder besser bewegen können, eine andere Haltung einnehmen und die Verspannung besser gelöst wird. Zum anderen können Wärmesalben und -cremes die Wärme meist tief in die Muskeln eindringen lassen. Das soll die Blutbahnen erweitern und den Stoffwechsel an der schmerzenden Stelle anregen. Wichtig dabei ist: Lieber öfter eincremen und dafür wenig Salbe verwenden, als zu viel auf einmal aufzutragen.

„Um die richtige Wärmesalbe mit der richtigen Wäremwirkung zu finden, lässt man sich am besten von den Fachkräften der Drogerien beraten!“

Mag. Melanie Karbiner – Sportwissenschafterin & Personal Coach

Manche Salben wirken besser, wenn man sie besonders lange einmassiert, andere muss man nur kurz auftragen. Außerdem empfindet jeder die Wärmeentwicklung der Salben unterschiedlich. Am Besten lässt man sich hier von den Fachkräften der Drogerien beraten!

Regeneration durch Wärmesalben unterstützen

Umstritten ist die Anwendung von Wärmesalben vor dem Training. Manche Menschen wollen sich dadurch das lästige Aufwärmtraining ersparen und damit verhindern, schon zu Beginn zu ermüden. Doch hier ist Vorsicht geboten: „Eine Salbe kann nie das Aufwärmtraining ersetzen“, erklärt die Personal Trainerin. Wendet man die Salbe vor dem Training an, könnte man schnell das Gefühl bekommen, die Muskeln seien schon erwärmt genug. Dann besteht die Gefahr, zu schnell mit der Muskelarbeit zu starten. „Man sollte nie sofort von null auf hundert schalten, sondern muss den Muskeln und Gelenken die Chance geben, sich langsam zu erwärmen. Das fördert die Durchblutung der Muskeln beim Training und kann Trainingsverletzungen vorbeugen.“ So können die Muskeln dann auch die nötige Leistung bringen.

Sollte es dennoch zu Muskelverspannungen kommen, ist es dann ratsam, die Regeneration durch Wärmesalben zu unterstützen. Auch entspannende Bäder und Massagen können helfen. Hierzu können die Fachleute in den Drogerien beraten.

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Über Mag. Melanie-Astha Karbiner
Melanie-Astha Karbiner ist seit ihrer frühen Kindheit begeisterte Sportlerin und folgte ihrem Hobby bis in den Berufsweg. Nach ihrem Studium für Trainingswissenschaften konzentrierte sie sich auf richtiges Trainieren. Sie unterstützt erfolgreich Personen in den Bereichen Abnehmen, Bodyshaping, Gesundheit & Fitness sowie Leistungsmaximierung.

Website: www.richtigtrainieren.at